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Gebührenkarte 2026: eBay nach der Juli-Reform, Amazon, Kaufland

Alle aktuellen Marktplatzgebühren als Tabelle – damit du nicht mit veralteten Staffelsätzen kalkulierst.

Guide 9 6 Min Stand 07/2026 frei lesbar

Worum geht's

Zum 01.07.2026 hat eBay die Verkaufsprovision in rund 43 von 80 Kategorien umgebaut. Die alte Staffelung – niedriger Satz oberhalb einer Preisschwelle – ist dort weg. Wer weiter mit dem alten Modell rechnet, verkalkuliert sich bei hochpreisiger Neuware um dreistellige Beträge pro Verkauf. Diese Seite ist zum Nachschlagen gedacht, nicht zum Durchlesen. Sätze ändern sich, deshalb steht am Ende jeder Tabelle: selbst prüfen.

Alle Gebühren verstehen sich netto, also zzgl. Umsatzsteuer. Abrufdatum dieser Seite: 07/2026.

Die Regeln

eBay: was sich zum 01.07.2026 geändert hat

Betroffen sind ausschließlich gewerbliche Verkäufer mit eBay-Zahlungsabwicklung. Drei Dinge musst du wissen:

  1. Die Staffelung entfällt – in den betroffenen Kategorien. Beispiel Computer: früher 6,5 % bis zu einer Preisschwelle (z. B. 990 €), darüber nur noch 3 %. Jetzt gilt ein einheitlicher Satz auf den kompletten Betrag.
  2. Berechnungsbasis ist der Gesamtbetrag der Bestellung – Artikelpreis plus Bearbeitungsgebühren plus die vom Käufer gewählten Versandkosten plus Umsatzsteuer. Nicht nur der Artikelpreis.
  3. Dazu kommt eine Fixgebühr pro Bestellung, nicht pro Artikel.

Einheitssätze für Neuware (Auszug, ab 01.07.2026):

Kategorie (Beispiele)Satz neuvorher
Computer, Tablets, Handys, Foto, TV/Video/Audio, Konsolen, Drucker/Scanner, Haushaltsgroßgeräte7 %6,5 % + Staffel
Musikinstrumente11 %11 %
Handy-Zubehör, Kabel, Tastaturen, Mäuse12 %11 %
Garten & Terrasse, Heimwerker13 %Staffel
Business & Industrie, Büro, Sport, Baby, Möbel & Wohnen, Haustierbedarf, Reisen, Verschiedenes14 %11–12 % + Staffel

Der Re-Commerce-Satz: Für Angebote mit den Artikelzuständen gebraucht, vom Verkäufer generalüberholt, zertifiziert refurbished und Neu: Sonstige gilt in den betroffenen Kategorien ein reduzierter Satz von 5 %. Das ist der eigentliche Hebel für Reseller – gegenüber 14 % bei Neuware sind das bis zu 60 % weniger Provision. Prüfe bei jedem Listing, ob der Artikelzustand korrekt gesetzt ist. Ein falsch auf "Neu" gesetzter Gebrauchtartikel kostet dich bei 14 % den kompletten Vorteil.

Fixgebühr pro Bestellung: Seit dem 12.02.2026 zahlst du 0,45 € bei einem Bestellwert über 10 €. Bei Bestellungen bis 10 € bleibt es bei 0,35 €. Diese Gebühr fällt einmal pro Bestellung an, nicht je Artikel – Multi-Item-Bestellungen sind dadurch relativ günstiger.

Nicht betroffen: Kategorien wie Kleidung, Schmuck und Medien behalten vorerst die alte Staffelung. Prüfe deine Hauptkategorie einzeln.

Servicestandard-Malus: Wer vier Monate in Folge unter dem Servicestandard liegt, zahlt einen Aufschlag von einem Prozentpunkt auf die Verkaufsprovision.

Amazon

Amazon hat drei Kostenblöcke, die nichts miteinander zu tun haben. Verwechsle sie nicht.

1. Verkaufstarif (Kontogebühr):

TarifKosten
Einzelanbieter0,99 € pro verkauftem Artikel, keine Monatsgebühr
Professionell39 € netto pro Monat, keine Stückgebühr

Der rechnerische Umschlagpunkt liegt bei rund 40 verkauften Artikeln im Monat. Der Professionell-Tarif ist außerdem Voraussetzung für Buy-Box-Teilnahme, Werbung und viele Kategorien.

2. Vermittlungsgebühr (Referral Fee): Prozentsatz auf den Gesamtverkaufspreis – Artikelpreis plus Versand- und ggf. Geschenkverpackungskosten. Je nach Kategorie meist 8 bis 15 %. In den meisten Kategorien greift eine Mindestvermittlungsgebühr von 0,30 € pro Artikel. Bei einem 3-€-Artikel ist die Mindestgebühr also nicht das Problem – die Versandkosten sind es.

Amazon hat 2026 in mehreren Niedrigpreis-Segmenten gesenkt:

KategoriePreisspanneSatzgilt ab
Bekleidung & Accessoiresbis 15 €5 % (vorher 8 %)15.12.2025
Bekleidung & Accessoires15–20 €10 % (vorher 15 %)15.12.2025
Heimbedarfbis 20 €8 % (vorher 15 %)01.02.2026
Haustierbedarfbis 10 €5 % (vorher 15 %)01.02.2026
Lebensmittel & Drogeriebis 10 €5 %01.02.2026

3. FBA (Versand durch Amazon) – das Grundprinzip: Du schickst Ware ins Amazon-Lager, Amazon übernimmt Lagerung, Kommissionierung, Versand, Kundenservice und Retourenabwicklung. Abgerechnet wird zweigleisig:

Ab dem 15.12.2025 sind die FBA-Versandgebühren für Standardpakete in Deutschland im Schnitt um rund 0,32 € pro Einheit gesunken. Die Preisgrenze für das Low-Price-FBA-Programm wurde auf 20 € angehoben.

Kaufland.de

Das schlankeste Modell der drei: Grundgebühr plus Provision, keine Einstellgebühren.

PostenKosten
Grundgebühr Basic39,95 € netto / Monat
Grundgebühr Plus59,95 € netto / Monat
Provisionje nach Kategorie ca. 6,5 % bis 16 %

Provisionsbeispiele: Computer, Elektronik, Haushaltsgroßgeräte, Reifen rund 7 %; Werkzeug, Gartengeräte, Parfüm, Fahrräder rund 10 %; Haushaltswaren rund 10–13 %; Kleidung & Accessoires rund 12–15 %; Schmuck (ohne Uhren) bis 16 %. Berechnungsbasis ist auch hier der Gesamtpreis inklusive Versandkosten und Umsatzsteuer.

So rechnest du sauber

Nimm immer den Gesamtbetrag inklusive Versand als Basis – auf allen drei Plattformen. Der häufigste Kalkulationsfehler ist, die Provision auf den Artikelpreis zu rechnen und die Versandkosten separat abzuziehen. Bei 5,99 € Versand und 14 % Provision sind das 0,84 € pro Bestellung, die du nicht eingeplant hast.

Für die Deckungsbeitragsrechnung selbst siehe Deal-Formel. Wer die Sätze nicht jedes Mal nachschlagen will: Der Gebühren- und Margenrechner in Flipcheck arbeitet plattformspezifisch und rechnet Versand und Fixgebühr direkt mit ein.

Die teuersten Fehler

Wenn's schiefgeht

  1. Zieh die echte Abrechnung. eBay: Verkäufer-Cockpit → Zahlungen → Gebührenübersicht. Amazon: Seller Central → Berichte → Zahlungen → Transaktionsübersicht. Kaufland: Abrechnungsbereich im Händlerportal. Vergleiche eine tatsächlich abgerechnete Bestellung mit deiner Kalkulation – nicht die Theorie mit der Theorie.
  2. Rechne den Bestand neu durch. Wenn eine Kategorie von Staffel auf Einheitssatz gewechselt ist, sind alle hochpreisigen Listings betroffen, nicht nur neue. Sortiere dein Inventar nach Verkaufspreis absteigend und prüfe die Top-Positionen zuerst.
  3. Preise anpassen oder Artikelzustand korrigieren. Bei Gebrauchtware ist der Wechsel auf den korrekten Zustand oft die schnellere Rettung als eine Preiserhöhung. Bei Neuware mit dünner Marge: raus aus der Kategorie oder Einkaufspreis nachverhandeln.

Stand & Quellen

Stand: 07/2026. Gebührensätze ändern sich mehrmals im Jahr. Prüfe vor jeder größeren Kalkulation die Originalseiten – die Zahlen hier sind eine Orientierung, keine Zusicherung.